Checkliste für Mindeststandards gegen sexuelle Gewalt für Flüchtlingsunterkünfte

Checkliste gegen sexuelle Gewalt für Flüchtlingsunterkünfte

Checkliste gegen sexuelle Gewalt für Flüchtlingsunterkünfte
Checkliste gegen sexuelle Gewalt für Flüchtlingsunterkünfte

Ihre Majestät Königin Silvia von Schweden und
Missbrauchsbeauftragter Rörig setzen sich auf
Würzburger Fachtagung der World Childhood Foundation
für bestmöglichen Schutz der Flüchtlingskinder in Deutschland ein.

Rörig stellt erstmals Checkliste für Mindeststandards gegen sexuelle Gewalt für Flüchtlingsunterkünfte vor. Hilfeportal und Hilfetelefon des Missbrauchsbeauftragten bieten ab sofort weitere Informationen zu Schutz und Hilfen für Flüchtlingskinder.

Checkliste zu Mindeststandards in Flüchtlingsunterkünften sowie weitere Angebote und Hilfen zu Flüchtlingskindern unter:
Hilfeportal Sexueller Missbrauch: www.hilfeportal-missbrauch.de
Hilfetelefon Sexueller Missbrauch: 0800 2255530 (bundesweit, kostenfrei & anonym)
Website des Beauftragten: www.beauftragter-missbrauch.de

Als Gastredner Ihrer Majestät Königin Silvia von Schweden, Stifterin der World Childhood Foundation, setzte sich der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig, auf der Fachtagung „Ein sicherer Ort für Flüchtlingskinder – Hilfe und Zukunft“ am 9. September 2015 in Würzburg dafür ein, Flüchtlingskinder in Deutschland bestmöglich vor sexueller Gewalt zu schützen und ihnen Hilfen anzubieten.

Rörig: 

Ich bin in größter Sorge, dass die vielen Kinder in Flüchtlingsunterkünften nicht ausreichend vor sexueller Gewalt geschützt sind und zu wenig Hilfen bei der Bewältigung ihrer traumatischen Erlebnisse erhalten. Auch wenn Bund, Länder und Kommunen jetzt unter enormem Druck stehen, täglich Unterkünfte für Tausende von Flüchtlingen zu schaffen, dürfen Schutz und Hilfen für die geflüchteten Kinder nicht aus dem Blick geraten. Gemeinschaftsunterkünfte sind keine geeigneten Lebensorte für Kinder. Klare Strukturen, Intimität, Rückzugsorte und kindgerechte Räume sind meist nicht vorhanden. In Einrichtungen, in denen es keine klaren Strukturen gibt, haben es Täter leicht, Nähe zu Kindern herzustellen und sexuelle Übergriffe zu begehen. Es geht nicht um den Generalverdacht gegen engagierte Organisationen und helfende Bürgerinnen und Bürger, deren Engagement wir nicht genug würdigen können. Es geht um den bestmöglichen Schutz und das Wohl der Kinder in allen Flüchtlingsunterkünften – wie wir es auch für alle anderen Einrichtungen in Deutschland, denen Kinder anvertraut sind, fordern.

Rörig mahnte in seiner Rede sowie auf der anschließenden Pressekonferenz Ihrer Majestät Königin Silvia von Schweden und der World Childhood Foundation, dass es höchste Zeit sei, jetzt Schritt für Schritt Mindeststandards in Unterkünften zum Schutz der Flüchtlingskinder vor sexueller Gewalt einzuführen. Hierzu gehören personelle und räumliche Standards, wie die Sensibilisierung der Helfenden zum Thema, die Vorlage eines erweiterten Führungszeugnisses oder einer Selbstverpflichtungserklärung oder nach Geschlechtern getrennte Duschräume und Informationsangebote ebenso wie Informationsangebote für Flüchtlinge, insbesondere eigene Informationen für Flüchtlingskinder. Auch der schnelle Zugang in das deutsche Bildungssystem und eine Integration der geflüchteten Mädchen und Jungen in Kitas, Schulen oder Ausbildungsstätten sei ein wichtiger Faktor, minderjährige Flüchtlinge durch einen festen Tagesablauf zu stabilisieren.

Eine Checkliste für Mindeststandards in Flüchtlingsunterkünften zu Schutz und Hilfen für Kinder bei sexueller Gewalt steht ab sofort auf der Website des Beauftragten unter www.beauftragter-missbrauch.de zum Download zur Verfügung.

Zusätzliche Informationen zu Schutz und Hilfen für Flüchtlingskinder bietet das „Hilfeportal Sexueller Missbrauch“ (www.hilfeportal-missbrauch.de). Dort sind unter der Rubrik „Hilfe für Flüchtlinge“ zahlreiche Kontakte zu Beratungsstellen und Organisationen aufgeführt, die zum Schutz von Flüchtlingskindern vor sexueller Gewalt beraten und Hilfen vor Ort vermitteln können. Weitere Auskünfte zu Mindeststandards und zu Schutz und Hilfen für Flüchtlingskinder gibt es auch beim kostenfreien „Hilfetelefon Sexueller Kindesmissbrauch“ des Beauftragten unter 0800 2255530.