Unbewusste Erbschaften, Foto: Agnes Witte

„Unbewusste Erbschaften“ – Transgenerationale Weitergabe von Traumata als Herausforderung in der psychosozialen Arbeit

Unbewusste Erbschaften, Foto: Agnes Witte

Tagung am 1. März 2016 von 9:00 – 16:45 Uhr
Tagungsort: Landeshaus Kiel (Schleswig-Holstein Saal), Düsternbrooker Weg 70, 24103 Kiel
Fortbildung/Workshop am 2. März 2016 von 10:00 – 17:00 Uhr
Workshoport: Frauenwerk Altholstein, Falkstraße 9, 24103 Kiel
Zielgruppen: Die Fachtagung wendet sich an Fachkräfte aus dem psychosozialen Bereich, aus dem Bereich Theologie und Seelsorge, sowie an die interessierte Öffentlichkeit.
Tagungsbeitrag: 80 € (inklusive Verpflegung)
Die Teilnehmer_innenzahl ist auf 200 Personen begrenzt.
Workshopbeitrag: 90 € (inklusive Verpflegung)
Die Teilnehmer_innenzahl ist auf 25 Personen begrenzt.
Anmeldung per Post: Frauenberatungs- und Fachstelle bei sexueller Gewalt, Frauennotruf Kiel e.V., Dänische Straße 3-5, 24103 Kiel
Anmeldung per Mail: fachtagung@frauennotruf-kiel.de
Geben Sie bei der Anmeldung bitte folgende Angaben an: Name, Institution (ggf.), Adresse, Email-Adresse
Anmeldeschluss: 15. 02.2016 (Fachtagung und Workshop): Wenn Sie sich für den Workshop anmelden, geben Sie dies bitte extra an.

 

In den letzten Jahren hat in der psychosozialen und therapeutischen Arbeit ein Paradigmenwechsel stattgefunden. Längst wird nicht mehr nur auf das einzelne Individuum fokussiert, sondern der Blick erweitert sich von der einzelnen Person auf deren Entwicklung in einem „existenziell bedeutsamen Eingebundensein in signifikante transgenerationale Beziehungen“, wie es die Traumatherapeutin Dr. Marianne Rauwald in ihrem Buch Vererbte Wunden formuliert. „Wir alle stehen in einer Reihe, sind Glieder einer Kette von Generationen, verbunden und verknüpft über vielgestaltig weitergegebene biologische, kulturelle, gesellschaftliche wie familienspezifische Vermächtnisse.“

Vieles von dem, was von einer Generation in die nächste weitergegeben wird, ist weder bewusst noch gewollt und insbesondere unbewältigte Traumata können in gravierendem Ausmaß auf die folgende Generation übertragen werden. In der Beratung, Betreuung und Psychotherapie wird sichtbar, wie unverarbeitete Erlebnisse in der Eltern- und Großelterngeneration zu schwerwiegenden Symptomen bei Klient_innen führen können. Allzu häufig werden wir Zeug_innen, wie sexualisierte, körperliche und/oder psychische Gewalt sich über Generationen hinweg fortsetzt. Und wie wir wissen, haben sowohl die NS-Zeit als auch der Krieg tiefe Spuren im individuellen, familiären und kollektiven Gedächtnis hinterlassen.

Was können wir tun, wenn wir es mit transgenerational übertragenen Traumata zu tun haben? Wie erkennen wir sie und welche Möglichkeiten des Umgangs und der Behandlung gibt es? Diese Fachtagung versucht, sich dem Thema „transgenerationale Weitergabe von Traumata“ auf verschiedene Weise zu nähern und Antworten auf Fragen zu finden.

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