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Pressemitteilung: Endlich mehr Verdienstorden für Frauen

Kiel. Frauen und Kinder stärken – Gewalt konsequent zurückdrängen: PETZE-Geschäftsführerin Ursula Schele ist seit Jahrzehnten aktiv für Menschen, die von sexualisierter Gewalt betroffen sind. Für ihre langjährigen Verdienste um das Gemeinwohl hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Ursula Schele mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther überreicht die Auszeichnung am Dienstag, 18.12.2018, in Kiel.

Ursula Schele:

„Die erneute Auszeichnung ist für meine Kolleginnen im Kieler Frauennotruf und in der Präventionsarbeit der PETZE ein wichtiges Symbol dafür, dass Gewalt gegen Frauen und Kinder nicht länger hingenommen wird. Mit der Auszeichnung erhalten unsere parteiliche Arbeit sowie der Kampf für Menschenrechte und gegen sexualisierte Gewalt Anerkennung.“

Seit Jahrzehnten ist Ursula Schele Motor einer Bewegung, die aus Schleswig – Holstein in die Republik gewirkt hat, um Betroffene zu unterstützen, Taten besser zu verfolgen und vor allem präventiv zu wirken. Kiel ist seit den 1980er Jahren ein Ausgangspunkt für etliche Gesetzesänderungen, Verfahrensverbesserungen und Projekte, die in ganz Schleswig-Holstein und im Laufe der Jahre auch bundesweit für Verbesserungen gesorgt haben. Die Strafbarkeit der ehelichen Vergewaltigung und des Missbrauchs in der Therapie, das Kieler Interventionskonzept KIK und das ZBP, das Zeuginnen-Begleitprogramm, das 2015 zu einer gesetzlichen Aufgabe wurde, sowie die Frauen-Helpline, die mittlerweile ein bundesweites Angebot ist, bei dem Gewaltopfer 365 Tage im Jahr, 24 Stunden am Tag Informationen und Vermittlung von Hilfen erhalten: All das sind handfeste Maßnahmen, die im Norden ihren Anfang nahmen, um Frauen zu stärken und Gewalt zu ächten.

Über ihr Engagement in diesen Bereichen hinaus setzt Ursula Schele seit über 30 Jahren mit dem PETZE-Institut für Gewaltprävention auf die Stärkung von Kindern und Jugendlichen und auf die Aufklärung von Eltern, Bildungseinrichtungen und Politik. Noch immer gibt es „weiße Flecken“ und Tabus beim Thema Missbrauch in Deutschland. So hat die PETZE aktuell eine Wanderausstellung über Rechte, Selbstbestimmung und Schutz vor sexualisierter Gewalt für Menschen mit Lernschwierigkeiten auf den Weg gebracht.

Ursula Schele:

„Jedes Kind, jede erwachsene Person hat das Recht auf ein Leben frei von sexualisierter Gewalt. Deshalb: Ein NEIN muss ein NEIN sein und von allen akzeptiert werden, egal ob Vater, Nachbarin, Trainer, Onkel, Verwandter, Fremder, Ehemann, Pflegerin oder Freund.“

Ein wichtiges Ehrenamt übt Schele als Verbandsratsvorsitzende im Paritätischen Wohlfahrtsverband aus. Hier wird sichtbar, dass es ihr nicht nur um spezifische Gewaltprävention, sondern um generell um soziale Gerechtigkeit und ein solidarisches Miteinander geht.

Weitere Informationen zur Prävention sexuellen Missbrauches und zum Schutz vor sexualisierter Gewalt finden Sie im PETZE-Portal: https://petze-kiel.de/


Die Laudatio von Ministerpräsident Günther anlässlich der Überreichung des Verdienstkreuzes 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Ursula Schele erhalten Sie nach der Überreichung auf der Homepage des Landes Schleswig-Holstein: https://www.schleswig-holstein.de/DE/Fachinhalte/A/auszeichnungen/verdienstorden_Bund.html


Rede von Ursula Schele anlässlich der Überreichung des Verdienstkreuzes 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland als PDF zum Download


PDFPressemitteilung “Verdienstkreuz für Ursula Schele” als PDF zum Download


Foto: Bente Stachowske